Dienstag, 09/22/20

Beherzter Einsatz für die Wasserkultur

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(Bild: 1/3)

Guteborner Initiative fand bei WAL-Betrieb spontane praktische Hilfe zur Quellenreinigung

In Lexikon-Einträgen zu Guteborn kommen Sprachspieler schnell auf ihre Kosten, denn seit 2012 zählt der Wohnplatz Sorgenteich zur Gemeinde. Dass allerdings die Quellen und Weiher, die dem Ort den Namen gaben, tatsächlich zunehmend auch Sorgen bereiten, ist betrübliche Wahrheit. Doch werden die Geschicke des Guten Borns und der anderen Wasseranlagen im Bereich des alten Schlossparks nicht dem Selbstlauf überlassen.

Um ihren Zustand kümmern sich engagierte Bewahrer dieses „Kleinods für naturnahes Leben inmitten von Wald, Teichlandschaft, Feldern und Wiesen“, wie es auf der Website des Amtes Ruhland heißt. Besonders aktiv – umso mehr nach Abschluss des Berufslebens – ist Reinhard Koppelt. Er ist in Guteborn aufgewachsen und mit Herz und Hand der Wasserkultur seines Heimatortes ergeben. Natürlich weiß er, dass ein so großer Natur- und Landschaftspark eine Art Eigenleben führt, dass Bäume wachsen, Wasserstände schwanken, Bauwerke wie Brückchen oder Teichumrandungen altern … Er hat sich ausgiebig mit der Geschichte des gesamten Ensembles befasst, hat hydrogeologische Profile auch in der Umgebung studiert und sich Gedanken um die Klimaentwicklung in der Region gemacht. Vor allem jedoch denkt er wie auch sein enger Mitstreiter Frank Schäfer praktisch: Was kann und müsste getan werden, damit die Parkanlage ihren Reiz behält und der Gute Born und die etwa zehn benachbarten Quellen nicht gänzlich versiegen?

Hochaktuelle Quellengemeinschaft

Die Wiederherstellung oder der Neubau beispielsweise von hölzernen Brückchen ist dabei eher eine Nebenbeschäftigung. Bedeutend sind die von der Quellengemeinschaft Guteborn e. V. unter Vorsitz von Klaus-Dieter Gruszczynski zweimal jährlich organisierten Aufräum- und Pflegeeinsätze im Park, die selbstverständlich mit geselligem Beisammensein enden. Da fassen auch mal drei Dutzend Freiwillige mit an, also deutlich mehr, als der „Quellverein“ Mitglieder hat. Und nicht zuletzt unterstützt der Verein die Rekultivierungs-Initiative in organisatorischer Hinsicht. Sehr hilfreich bei dem Vorhaben ist, dass die privaten Besitzer des gesamten Areals gesellschaftliches und gemeinsames Engagement zur Erhaltung der Wasserkultur wieder zulassen und fördern. Immerhin waren der Schlossgarten samt Teichen und Überläufen bereits zu Zeiten der alten Standesherrschaft für alle im Dorf zugänglich. Philipp Grafe, einer der beiden Geschäftsführer des 1903 gegründeten Familienunternehmens GRAFE BETON, sicherte auch zu, die Erneuerung der bröckelnden Einfassung des sogenannten Goldfischteiches zu sponsern.

Willkommene wirksame Hilfe

„Wir sind selbstredend auf Unterstützung angewiesen“, bekennt Reinhard Koppelt. Und wirbt dafür. Bei einer Begegnung mit WAL-Vorsteher Dr. Roland Socher im späten Frühjahr brachte er das Gespräch auf die beklagenswerte Verschlammung des Guten Borns. Da dort die Verdunstung inzwischen mit der Quelltätigkeit Schritt hält, werden Sedimente nicht mehr weggespült, also sammelten sich zunehmend Feststoffe über dem Wasserspiegel.

„Und auf einmal kam Dr. Socher und Thomas Fürl von der WAL-Betrieb-Geschäftsführung mit dem Fahrrad nach Guteborn und ließen sich die Quelle zeigen“, schildert Koppelt den Fortgang der Dinge. „Herr Fürl stellte baldige Hilfe in Aussicht.“ Und tatsächlich rückte Tage darauf ein Spezialfahrzeug von WAL-Betrieb an und saugte gut 20 Kubikmeter Dreck aus dem Quelltopf. Doch bleibt das Problem des insgesamt gesunkenen Wasserstands. Reinhard Koppelt hofft auf (auch ehrenamtliche!) Expertenhilfe, um die genauen Ursachen zu ergründen. Bei einer Begegnung mit den Verantwortlichen des Gewässerverbands soll beispielsweise erörtert werden, inwieweit ein nördlich gelegener – vielleicht nicht mehr benötigter – Melio- rationsgraben dem Guten Born das Wasser abgräbt. Und sollte es nötig sein, das Kiesbett des Borns und die Fassungen der Überläufe zu vertiefen, dann klingelt wahrscheinlich bei den bisherigen Unterstützern wieder das Telefon. „Aber vor allem freuen wir uns über jeden, der von selbst mit Vorschlägen oder Technikangeboten zu uns kommt“, lädt Reinhard Koppelt zum Mittun ein.

Fotos(3): SPREE-PR/Rasche

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